Aktuelle gesellschaftliche und politische Tendenzen, nationale wie internationale, können zu Kulturpessimismus führen. Wie lange noch, und wo zuletzt, wird es die selbstbestimmte Kunst, den autonomen Künstler geben? Die Ausstellung „Finale“ nimmt sich vor, die freie Kunst, wie wir sie bisher kennen, für die Ewigkeit zu erhalten. Für diesen zum Scheitern verdammten Versuch unterziehen die visuell arbeitende Künstlerin Elisabeth Kraus, sowie das Klangkunst-Duo Hauptmeier/Recker ein Reihe ihrer bisherigen Arbeiten verschiedenen Prozessen von Reproduktion, Archivierung und Konservierung. In einer audio-visuellen Rauminstallation inszenieren die drei Künstler*innen ein Museum ihres Gestaltens, eine Zeitkapsel, die einen Bogen spannt zwischen verpackten Archivalien und lebendiger Kultur. Worum also geht es? Den Prozess des Schaffens abzuschließen, es zu ordnen, zu komprimieren, die Erzeugnisse als Artefakte zu konservieren. Ohne Kontext, aber sicher verpackt für die Ewigkeit, verblassen diese im Archiv zusehends zu Träumen.
Seit 2009 arbeiten die Komponisten Martin Recker (1991) und Paul Hauptmeier (1993) als Künstlerduo im Bereich der Klang- und Multimediakunst zusammen. Neben Theater- und Opernwerken, Live-Elektronik und elektroakustischer Musik liegt der Schwerpunkt auf Klanginstallationen im öffentlichen Raum. In diesen Installationen nutzen sie Mehrkanal-Audiosysteme, um immersive Erfahrungsräume zu schaffen, in denen soziale Fragen verhandelt und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
In den letzten Jahren wurden ihre Arbeiten international in Städten wie Berlin, Weimar, Ilmenau, Hamburg, Rudolstadt, Karlsruhe, Toulouse (FR) und Utrecht (NL), Helsinki (FIN), San Diego (USA) und Tijuana (MEX) präsentiert. 2016 gewannen sie den internationalen „Spatial Audio Competition“ im Rahmen des Genius Loci Festivals.
Elisabeth Kraus, geboren 1992 in Bamberg, ist freiberuflich als international ausstellende Künstlerin tätig. Im April 2018 wurde sie mit dem Stadt- und Landkreis Stipendium Bamberg ausgezeichnet. Der Fokus in ihrer Arbeit liegt auf transkultureller Zusammenarbeit, Diversität und basiert auf einer tiefen Faszination für Missverständnisse. Sie jongliert und experimentiert mit verschiedenen Medien, um das anhaltende Ping-Pong gesellschaftspolitischer Themen aufzugreifen.
In den letzten Jahren zeigte sie ihre Arbeiten in Städten wie Beirut (Libanon), San Diego (USA), Berlin, Leipzig, Bremen, Weimar und Bamberg. Zu ihren Partnern gehörten das Goethe Institut Beirut, NGO „Haven for Artist“ und diverse Künstler*innen in der arabischen LGBTQ+ Szene. Sie ist Teil der Performance Gruppe „die traurigsten Cheerleader der Welt“.